top of page

,,FEAST” von LOGICA ABSTRACTA

  • Autorenbild: CARL
    CARL
  • 20. Juni 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Mit „fEast“ setzt LOGICA ABSTRACTA ihre audiovisuelle Reise Ad Astra fort – und knüpft dabei nahtlos an den ersten Teil an. Doch mehr als nur eine Fortsetzung ist „fEast“ ein bewusster Abstieg in tiefere Sphären – visuell wie klanglich. Es ist eine Einladung in eine abstrakte, immersive Welt, die sich Schicht für Schicht entfaltet. Was „fEast“ sofort auszeichnet, ist der kompromisslose Einsatz analoger Kunst. In einer Zeit, in der digitale Perfektion und computergenerierte Effekte dominieren, geht LOGICA ABSTRACTA einen anderen Weg: zurück zum Handgemachten, zum Spürbaren. Jeder Moment des Videos gleicht einer lebendigen Skulptur, erschaffen durch Projektor-Theater – ein Spiel aus Schatten, Transparenzen und greifbaren Elementen, die sich Stück für Stück von dreidimensionalen Objekten in zweidimensionale Projektionen verwandeln. Hier handelt es sich nicht um einfache Animation – es ist eine Performance, eine bewegte Installation.


Der Entstehungsprozess wird dabei selbst Teil der Erzählung. Statt auf digitale Nachbearbeitung zu setzen, lässt LOGICA ABSTRACTA das Material für sich sprechen. Man kann beinahe die Körnung der Folien, die Unregelmäßigkeiten der Projektionen spüren, die Haptik der eingesetzten Materialien. Diese Entscheidung verleiht dem Ganzen eine archaische, fast rituelle Atmosphäre – und das, obwohl die Bildsprache zugleich futuristisch und experimentell wirkt. Während „Ad Astra“ eher eine Reise nach außen war, führt „fEast“ nach innen. Der Titel suggeriert ein Fest, ein Gelage – doch es ist kein Festmahl im herkömmlichen Sinn. Hier wird kein Hunger nach Nahrung gestillt, sondern ein Hunger nach Formen und Bedeutung. Szene für Szene wird der Zuschauer tiefer hineingezogen – nicht in Richtung klarer Antworten, sondern zu einer abstrakteren, sinnlichen Erfahrung.


Auch die Musik greift dieses Prinzip auf: modulare Synthesizer, unruhige Drones, schwebende Texturen – eine Klanglandschaft, die sich zwischen Düsternis und Schönheit bewegt. Immer wieder blitzen fragile Melodien auf, fast wie vergessene Erinnerungen, nur um gleich darauf wieder zu verschwimmen. Nichts ist selbstverständlich oder bequem – LOGICA ABSTRACTA fordert die aktive Auseinandersetzung ein. Es ist Musik, die gehört werden will, aber auch herausfordert. Bemerkenswert ist, wie Bild und Ton miteinander interagieren – mal gemeinsam, mal gegeneinander. Diese bewusste Verschiebung hält die Spannung aufrecht und lässt die Zuschauer nie völlig ankommen.


Statt klarer Führung gibt es Rätsel, statt Antworten neue Fragen.„fEast“ ist kein Werk für passiven Konsum – es verlangt Teilnahme. Es ist ein audiovisuelles Ritual, in das man nicht nur hineinschaut, sondern in das man eintaucht. LOGICA ABSTRACTA liefert hier keinen Abschluss, sondern öffnet den Raum für Interpretation, für emotionale Resonanz und für das Verlorengehen im Moment. Für alle, die an den Grenzen von Kunst, Musik und Film interessiert sind, ist „fEast“ eine eindrucksvolle und fordernde Erfahrung. Es ist ein Fest – nicht der Antworten, sondern der Möglichkeiten.



SCHRIFTSTELLER: Carl

 
 
 

Kommentare


©2024 MUSIK GALAXIE

bottom of page