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„The News" von I, Captain

  • Autorenbild: CARL
    CARL
  • 14. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

I, Captain kehren mit „The News" zurück einer kompakten EP, die sich weniger wie eine große Schlagzeile anfühlt, sondern eher wie eine nächtliche Radiosendung, knapp neben der richtigen Frequenz. Über vier Tracks hinweg verknüpft die Band Schmutz, Groove und Attitüde zu einer Veröffentlichung, die von ihren rauen Kanten lebt. Dieses Projekt fordert keine Aufmerksamkeit ein – es verdient sie durch Gefühl, Textur und einen ungefilterten Vorwärtsdrang. Klanglich bewegt sich die EP in einem lockereren, stärker bluesgetränkten Terrain als frühere Veröffentlichungen von I, Captain. Funk-Rhythmen treffen auf Rock-Attitüde, während punkige Impulse alles scharf und ruhelos halten. Der Lo-Fi-Charakter bleibt erhalten, wirkt jedoch wärmer und gelebter wie Musik, die mit offenen Türen und leicht übersteuerten Verstärkern aufgenommen wurde. Selbst wenn der Sound in raues Gelände abdriftet, strahlt er eine entspannte Selbstsicherheit aus.


Besonders fesselnd an „The News" ist das Gefühl der Wiederentdeckung. Diese Songs, einst ohne klares Ziel, entfalten in dieser Zusammenstellung plötzlich eine eigene Bestimmung. Statt wie Überbleibsel zu wirken, erscheinen sie als Momentaufnahmen verschiedener Phasen, die sich überraschend zu einer stimmigen Erzählung fügen. Jeder Track erweitert den Charakter der EP um eine neue Nuance, ohne ihre Kürze zu strapazieren. Im Kern der Veröffentlichung steht eine einfache, aber kraftvolle Motivation: die pure Liebe zur Musik. Dieser Geist durchzieht jede Gitarrenlinie und jeden rhythmischen Wechsel und verleiht der EP eine ungekünstelte Ausstrahlung.


Es gibt kein überhöhtes Konzept und keine aufgesetzte Botschaft nur Musiker, die dem folgen, was sich richtig anfühlt, und darauf vertrauen, dass Ehrlichkeit die Songs trägt. Am Ende hebt sich „The News" gerade dadurch ab, dass es einen Kurswechsel wagt, ohne die eigene Identität zu verlieren. Es ist eine kurze, aber erfüllende Reise, die I, Captain dabei zeigt, wie sie mit Klang und Umfang experimentieren und dennoch in ihren DIY-Wurzeln verankert bleiben. Für die Hörer ist es eine Einladung, ein paar Minuten in die sich entwickelnde Klangwelt der Band einzutauchen und danach auf die nächste Sendung zu warten.





SCHRIFTSTELLER: Carl

 
 
 

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